Ortsgruppe des Odenwaldklubs

               Wanderberichte zu den erfolgten Wanderungen

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Wanderbericht über die 19. Wanderung des Wanderclubs "Falke 1916“ Darmstadt

im Wanderjahr 2010 am 18.07. 

Buswanderfahrt in den Nord-Spessart - rund um Wiesen durch das Aubachtal

Nach 5jähriger gesundheitlicher Zwangspause des Wanderführers Wolfgang Zimmer

sowie nach tagelanger ungewöhnlicher Hochsommerhitze bis zu 30 Grad hatte die

angemeldete Wanderschar sehr viel Mut und Vertrauen bewiesen. So trafen sich (es
ist nicht zu glauben) bei trockenem schönem Wetter bei 24° C - 46 Wandersleute,
davon 15 Mitglieder, 21
Falkinchen und 10 Gäste um 7.45 Uhr auf dem Parkplatz am
Jugendstilbad. Pünktlich um 8.00 Uhr fuhr unser Bus los, gefahren, von sehr vielen
vorhergehenden Busfahrten bekannt, mit viel Jubel begrüßt, unser Busunternehmer
„Jürqen Fortanz" aus Roßdorf. Die Fahrt ging über Dieburg - Hanau bis AB Ausfahrt
Gelnhausen Ost, weiter über Wirtheim - Kassel - Lenzingen - Roßbach - Bieber bis

P. Wieshüttsee.

Während der Fahrt begrüßte Wanderführer Wolfgang Zimmer die Wanderschar
sowie unseren Ehrenvorsitzenden Otto Arnold nebst Frau Brigitte. Außerdem gab er
Informationen über Wiesen, z. B. daß es die nördlichste der Aubachtalgemeinden ist,
liegt in einem reizvollen Talkessel hoch oben (400-500 m) im sogenannten inneren
Spessart. Bedeutung erlangte die Gemeinde bereits in früherer Zeit. Hier kreuzen die
alten Handelsrouten, der „Eselsweg" und die Birkenhainer Landstraße, heute
beliebte Wanderwege. Zu erwähnen ist das Mainzer Jagdschloß aus dem 16.
Jahrhundert und die barocke Pfarrkirche St. Jakobus (1724). Wiesen ist heute ein
ländlich geprägter Erholungsort und eine ruhige Wohngemeinde.

Um 9.25 Uhr angekommen, 3 km vor Wiesen, ging es dann auch gleich los.

Wanderführerin Renate Keil führte die A-Gruppe mit 40 Leuten (zum 1. Mal bei uns)
leicht ansteigend bis halber Höhe ohne Zeichen bis Querstrich rot, den Weg kreuzte
und rechts abwärts führte, bis Ortsmitte Wiesen, wo die Frühstücksrast war, gut und
sicher. Wanderführer Wolfgang Zimmer führte gemütlich den Rest der Wanderer auf
einem flachen, neu angelegten Rad- und Rollstuhlfahrerweg zur gemeinsamen
Frühstücksrast. Am Dorfteich sowie an der Aubachquelle mit mehreren Bänken und
Tischen war es die ideale Raststätte, die meistens im Schatten standen, bei
angenehmen
26° C und ab und zu leichter Bewölkung. Wanderführerin Renate Keil
ging mit einem vollen Korb mit Äpfeln herum und verteilte sie.

Nach Stärkung stiegen alle in den Bus und fuhren 1,2 km durch die engen Straßen
von Wiesen zum Naturschutzgebiet Spessartwiesen. Ab 10.50 Uhr führte Wolfgang
Zimmer die Wanderschar von 44 die Wanderstrecke durch das sehr schöne
Naturschutzgebiet, mit zahlreichen Blumen und Pflanzen umgeben, sowie linksseitig
der Fluß die "Aubach" mit Wiesenflächen. Oberstes Ziel ist die Erhaltung dieser
einzigartigen Kulturlandschaft. Die Offenhaltung soll durch extensive Beweidung mit
Rindern eines ortsansässigen Landwirts und Schafen erreicht werden. Der
Wanderweg, Markierung des gelben EU-Schiffchens auf blauem Grund, führt an der
Kläranlage vorbei zu der Waldglashütte aus dem 18. Jahrhundert (wo eine

Aufklärungstafel stand), weiter zur Grotte im Birklergrund, von da aus leicht steigend
zum Gassenkopf bis zur Siedlungsinsel Wiesen (beides mit Tafeln versehen). Von da
aus hatte man einen wunderschönen Blick über Wiesen. Herab nach Wiesen, an der
Schule stand unser Bus. Alle stiegen ein und wir fuhren bis zum Sportplatzgelände.
Von dort gingen die letzten 3 Km zum Wiesbüttsee mit Ausflugsgaststätte (diente
früher dem Bergwerk im benachbarten hessischen Sieber), wo wir urn 15.00 Uhr
unsere Schlußrast machten. Da der Gaststätte die Essenswünsche vorab übermittelt
wurden, wurde die Wanderschar zügig bedient. Die ausgezeichnete Küche stellte

alle zufrieden.

Kurz vor Verlassen der Gaststätte dankte Ehrenvorsitzender Otto Arnold den beiden
Wanderführern für die gelungene Durchführung und Organisation der 19. Wanderung
und für die Beziehung zu Petrus.

Am Bus schenkten die Wanderführer noch einen Verdauungsschnaps aus, bevor
gegen 18.00 Uhr sich der Bus wieder in Bewegung setzte. Diesmal ging es über die
Spessarthochstraße - Jakobstal-Sailauf-Hösbach-Aschattenburg bis Darmstadt. Um
19.20 Uhr erreichten wir wieder unseren Abfahrtparkplatz und beendeten damit diese
schöne und abwechslungsreiche Wanderung.

FRISCH AUF

Die Wanderführer Renate Keil und Wolfgang Zimmer

Wanderbericht über die 23. Wanderung am Sonntag, dem 22.08.10.

Männerwanderung des „WCF 1916“ Darmstadt

von Fürth/Odw. über die Tromm hinunter nach Zotzenbach,

alles in allem so 16 km. 

Auch in 2010 war es so, es stand eine Männerwanderung an. So trafen sich um 7.15 Uhr 13 gestandene Mitglieder in direkter Nachbarschaft zu 10 Falkinchen, die sich ebenfalls fast zu gleicher Zeit am Infostand der Bundesbahn trafen. Die Einen wollten nach Rüdesheim und unser Zug, der um 7.30 Uhr wegfuhr brachte uns nach Weinheim. Hier hatten wir allerdings bereits eine kleine Zwischenpause, bevor uns dann die Odenwaldbahn nach Fürt im Odenwald brachte.

Am Endbahnhof begrüßten dann offiziell die beiden Wanderführer die Wanderschar, dankten Petrus für das schöne Wetter und erläuterten den weiteren Wanderweg.

Ständig ansteigend ging es durch das südliche Fürth an den Ortsrand von Steinau und ab dort etwas stärker ansteigend zur Schutzhütte am Waldesrand. Hier war unsere erste Pause eingeplant und die mitgebrachten Getränke fanden bei doch sehr warmen Wetter ihre Abnehmer. Ab jetzt ging es weiter stark ansteigend, doch immerhin im Schatten des Waldes, weiter hinauf zum Brandschneiderkreuz.Hier soll der Bauer Brandschneider die nackten Hexen beim Tanz beobachtet haben, was ihm allerdings schlecht bekam. Ab jetzt konnten wir auf fast ebener Fläche weiter wandern und kamen vor unser eingeplanten Zeit bereits vor 12 Uhr zu unserer Mittagsrast zum Schardhof. Da wir die ersten Gäste waren, konnten alle rechtzeitig den erstmal aufgestauten Durst löschen und anschließend auch etwas gegen den Hunger tun.

Um 13 Uhr ging es weiter, mal leicht hoch und mal wieder leicht hinunter, zum Ireneturm.  Am 15. Juni 1890 wurde der erste Irene-Turm auf der Tromm errichtet. 2.250 Mark kostete damals das Bauwerk, 23 Meter hoch, aus Holz gebaut und nach Prinzessin Irene von Preußen (1866-1953), Tochter des Großherzogs Ludwig IV. von Hessen-Darmstadt, benannt.

Hier konnten alle nochmals ausschnaufen bevor es auf den langen Abstieg von der Tromm hinunter ging. Über viele Serpentinenwege erreichten wir gegen 16 Uhr den Ortsrand von Zotzenbach. Da sich bereits Regen ankündigte waren wir alle der Meinung keine Wirtschaftsrast mehr einzulegen und den ellenlangen Weg durch Zotzenbach bis zum Bahnhof hinter uns zu bringen.

Um 16,46 Uhr brachte uns die Odenwaldbahn nach Weinheim und hier begann es bereits zu regnen. Aber es hielt viele nicht davon ab noch ein Eis zu schlecken und um 18.28 Uhr waren wir alle dann in Darmstadt.

So wie ich hörte, war die lustige Wanderfahrt der Frauen, diese waren auch auf dem Weinfest in Rüdesheim, viel später beendet.

Wanderführer:     Michael Wambold      Christlieb Schlender                     

        Wanderbericht über die 24.Wanderung 2010 am Samstag, dem 28.08.2010

                        Auf den Spuren der hessischen  Jagdlandgrafen 

Es waren 26 Teilnehmer, davon 12 Mitglieder und 14 Gäste. 

Um 10.00 Uhr trafen sich auf dem Parkplatz vor dem zum Jagdschloß Kranichstein gehörenden Zeughaus Teilnehmer dieser Erlebniswanderung, die von Lothar Bund und Günter Körner aufsherzlichste begrüßt wurden.

Bevor die eigentliche Wanderung begann, konnte Lothar die anwesenden Wanderer darüber informieren, dass Günter am Donnerstag zuvor die Ehrenurkunde für bürgerschaftliches Engagement im Martinsviertel erhielt, was einen besonderen Applaus für Günter zur Folge hatte.

Das Wetter war ideal, wenn man sich an den regenreichen Freitag davor erinnert. Lediglich einige Tropfen Regen hat jeder Wanderer an diesem Tag abbekommen, was nur schwer nachzuvollziehen war, da es zur selben Zeit in Darmstadt fürchterlich regnete.

Günter Körner übernahm alsdann die Führung und wir setzten uns in Richtung Jagdschloß Kranichstein – Eingang - in Bewegung: Dort angekommen informierte Günter über die 2 großen am Eingang zum Jagdschloß angebrachten steinernen hess. Wappen, die von dem ehemaligen Alten Palais vom Luisenplatz als einziges Überbleibsel gerettet worden waren.

Darmstadt gehörte vormals bis ca. 1000 zum Kloster Lorch und zu den Bistümern Mainz und Worms. Danach erhielten dieses Gebiet die Grafen von Katzenellenbogen. Ab 1500 kam das Gebiet durch Erbfall zu Hessen. Die Landgrafschaft bestand bis 1806 und war dann bis zur Absetzung des Großherzogs, Großherzogtum. Kraft Urkunde vom 15.5.1399 übergab Graf Eberhard von Katzenellenbogen dem Burgmann Henne Kranich von Dirmstein das für einen Einsiedler gerodete Grundstück „ Einsiedelrot“ sowie 11 Morgen Äcker. Dafür sollten Henne und seine Erben als Burgmannen auf der Gräfl. Burg Dienst tun.

1572 kauft Georg der I. Hofgut – nunmehr „Kranichstein“ genannt von Amtmann Johann von Rensdorf für 5000 Gulden und entwickelte daraus einen mustergültigen Landwirtschafts-betrieb, mit Meierei, Schäferei, Feldbau und Fischzucht. Rensdorf kaufte  „Kranichrod“ für 220 Gulden, eine enorme Wertsteigerung.

Georg der I. leistete auch Pionierarbeit in Forstwirtschaft, Jagdwesen und Teichwirtschaft ( Backhausteich/ Abfischen/Lockenten aus Friesland, Woog und Judenteich.

Der Landesherr hatte hier alleiniges Jagdrecht für Hochwild. Jagen hatte damals vorwiegend ökonom. Bedeutung, diente dem fürstlichen Vergnügen und der Demonstration von Besitz, sowie der Durchsetzung landesherrlicher Hoheitsrechte.

Georg I. kaufte Wild mit entsprechender Hege. Anlage der „ zahmen Fasanerie“ im Schlosspark; hier kamen ua. auch die Lapping in Bessungen her.

Nun waren die das Hofgut Kranichstein  umgebene Wälder idealer Ausgangspunkt für das Jagen von Georg I.

1577 entstand unter Leitung von Jakob Kesselhut eine Kombination von Jagdschloß und Wirtschaftshof in Form einer dreiflügeligen Renaissanceanlage. ( Eine Bauweise wie sie auch bei anderen Schlössern übernommen wurde.)

Der Westflügel diente früher als Scheune. Im U-Geschoß des Nord- und Ostflügels standen die Pferde und darüber lagen die Herrschaftlichen Wohnräume.

Barocker Kavaliersbau war der ursprüngl.  Küchenbau, wegen Brandgefahr separiert.

-        Landgraf Ernst Ludwig ( 1688-1739)  der Jagd – baufreudige Landgraf begann mit der Parforcejagd u. legte einen barocken Schneisenfächer an.

-        Hier Aufbruch am Backhausteich vorbei zur Kernschneise in den Staatsforst K.

-        Aufbau der wilden Fasanerie; durch „Räuchern“ wurden entflogene Vögel wieder zurückgelockt.

-        Ludwig der VIII (1739-1768) ließ im Zentrum des fünfstrahligen Schneisenfächers den barocken Rondelturm errichten.

-        Von der Glanzzeit des K.-Jagdschlosses zeugen Bilder der Hofjagdmaler wie z.B. Fiedler und Seekatz. 

-        Jagdleidenschft von Ernst Ludwig u. Ludwig VIII. verursachte große Schäden für Bauern und Wintermast; Walsstreitigkeiten; beendet durch den Soldatenlandgrafen Ludwig den IX ( 1768-1790).

-        1839 unter Ghhz. Ludwig II. Umgestaltung zum Sommersitz durch Stadtbaumeister  Georg Moller.

-        Ab 1863 Wohnsitz von:

-         ErbGhz LudwigIV und Alice  bis 1866

-        Alice´s Mutter, Königin Victoria war hier zu Gast

-        Älterer Bruder Ernst August malte im Auftrag von Ghhz. Ludwig III. über hundert Ansichten von DA. u. Umgebung

-        Durch schleichende Aneignung und List brachten die Landesherren Zug um Zug Große DA-Waldgebiete in ihren besitz. 1565 traten die DA und Bessunger die Hälfte ihres Waldes an die Landgrafen ab.

            Beginn eines 300-jährigenStreites über die Nutzungsrechte

            Endete 1848 Trennung zwischen Stadtwald u. großherzogl. Wald

            Parforcejagd: nach franz. Vorbild kunstvolle Form der Hetzjagd,

Hirschverfolgung mit Hundemeuten und berittenen Jägern ( Piqueure) bis zur Erschöpfung; dann erlegte der fürstl. Jagdherr oder sein hoher Gast das gehetzte Tier.

Treiberketten trieben die Tiere mit Stellstangen und Leinwandbahnen die Tier bis zu den gemauerten Jagdschirmen  - wie besichtigt. (Saufanghäuschen)

Kanal am Sorgenlos – Verbindung zwischen Steinbrückerteich u. Backhausteich

1688/1689 ließ Ernst Ludwig ein ca 70 m langes Gebäude für Jagdutensilien bauen

1741 wurde das Jagdzeughaus auf 112 m verlängert und aufgestockt.

Bis 1917 keine Änderung des Bauzustandes

Ghhz Ernst Ludwig richtete Jagdmuseum ein und hat dafür alle Jagdandenken, die sich über seine verschiedenen Schlösser im Hessenland verteilten, hier her bringen lassen.

Graf Kuno von Hardenberg baute daraus eine der schönsten  Jagdsammlungen Deutschlands auf

Nach dem 2. Weltkrieg: Altersheim, Zentrale der Quäker, 1946 Ferienkurse für Neue Musik

1952 verkaufte Prinz Ludwig Schloß und Jagdmuseum an die Stiftung Hessischer Jägerhof.

Umfassende Renovierung durch Ruth Wagner. 

Gegen 13.00 Uhr erreichten die Wanderer wieder das Zeughaus und machten Mittags- und gleichzeitig Schlussrast im Gasthaus „Zeughaus“.

Zuvor dankte Chris Schlender den Wanderführern für die überaus interessante u. informative Tour durch den Staatsforst Kranichstein.

Die Wanderführer: Günter Körner u. Lothar Bund                        

 

 

 

 

 

 

 

                             

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